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letztes Änderung:
APRIL 2017

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©Gundula Taschner

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Marktplatz

Marktplatz 1827 -1871

Quellnymphe ab 1871     (heute im Tuttlinger Haus)

Und der schönste stand auf dem Marktplatz mit 5 Röhren und der Figur der doppelgesichtigen und doppelbrüstigen Duttfee „ schreibt Hermann Streng 1959 , 150 Jahre nach dem verheerenden Brand.(Erinnerungsblatt Tuttlingen 1803 – 1953 THB Heft 3 ) .

 Die 5 Brunnen dürfe man zu den „kunstreicheren Darstellungen innerhalb der Stadtmauern “ zählen schrieb er 1978 ( THB 1978).Einst hatte ihn das Bild der Duttfee geschmückt ,”also jener sagenhaften Fee mit Gesicht und Brüsten nach jeder Seite. Er stand inmitten des Marktplatzes...”

In der 1972 erschienenen Bildersammlung „Alt-Tuttlinger Bilder“ von Hermann Streng liest man im dazugehörigen Text : In der Mitte ( des Bildes s.o.) ist der vierröhrige Marktbrunnen, der Duttentalwasser für Mensch und Tier spendete.

"Zur Poesie der mittelalterlichen Städte gehörten ihre Brunnen, der Lebensnerv der Gemeinde, aber auch die Brutstätte des Stadtklatsches und der unversiegliche Quell jeglicher Neuigkeitskrämerei, der Anziehungspunkt für sensationsdurstige Frauen und Mädchen. und wer gehörte in jener wundergläubigen Zeit nicht dazu! da gab es reichlich Gelegenheit Atem zu holen, bevor man die gefüllten Gelten und Zuber auf den Kopf hob und das begehrte Nass der Küche zutrug...Mitten auf dem Marktplatz ragte der Brunnen mit der Duttfee, dem Wahrzeichen der Stadt..."aus Dr J. Forderer - Tuttlingen im Wandel der Zeiten - Tübingen im Jahre 1949 - Seite 83

 

Vom Marktplatz

Der Marktplatz vor dem Stadtbrand (1803) war an ganz anderer Stelle und ein markanter Brunnen hatte ihn geziert. Wenn wir seinen Standpunkt heute suchen wollten, müssten wir im 10ten Quartier nachgraben ( heute etwas das Areal um das Cafe Martin) und es hätte keinen Wert mehr. Der neue Marktplatz sollte seinen Zweck für die Wochen- und Jahrmärkte erfüllen musste jedoch auch gleichzeitig ein Schmuckstück der Stadt werden. Darum gehörte in die Mitte des großen und gefälligen Quadrats ein stattlicher Brunnen, nicht nur als Zierde sondern auch um all den Bedürfnisse der Einwohner und der Durchreisenden für Tiere und Menschen zu genügen. Dies wurde zu einer heiklen Frage. Vor dem Brand zierte den damaligen Marktbrunnen eine robuste Steinfigur, die „Duttfee“, eine Frauengestalt mit starken Brüsten und einem groben Gesicht nach beiden Seiten. Man hatte in Tuttlingen Heimweh nach dem alten Brunnen. Ein fremder Steinmetz bekam den Auftrag, das Bild zu restaurieren, aber das Königliche Oberamt gestattete es nicht, das „anstößige“ Kunstwerk aufzustellen. Wo die Steine geblieben sind wollte niemand mehr wissen. ( Der vorläufige Brunnen wurde später (1873) durch zwei Brunnen ersetzt die in der Rathausecke und beim „Ochsen“ Platz fanden. Einer davon blieb bis 1928 erhalten, die Quellnymphe ( Bild rechts oben) dazu hat im „Tuttlinger Haus“ ihre Bleibe gefunden)

“Vom neuen Marktbrunnen

Wann der neue Marktbrunnen in der Stadt in Betrieb genommen wurde lässt sich nicht feststellen. In einer Zeitungsnotiz aus späterer Zeit wurde das Jahr 1811 erwähnt…im Oktober 1824 erhoben sich die Frage ob man zuerst den Ritterbrunnen oder den Marktbrunnen reparieren soll. (nachdem man den Ritterbrunnen abgebrochen hatte entschloss man sich den Marktbrunnen zu erneuern. es sollte ein achteckiger Trog werden mit kleineren Trögen an der Seite um das Vieh zu tränken…in der Mitte war ein viereckiger Brunnenstock.) Der Beschluss kam jedoch erst 1827 zustande…Der Brunnenkasten mit 8 bis 10 Fuß Ausdehnung (ein Fuß entspricht etwas 30cm) wurde in Wasseralfingen bestellt und schon im Juli beigeführt. Auf einem zeitgenössischen Stich (s.o.) sehen wir den Brunnen , welche Bilder auf den einzelnen Brunnentafeln waren ist nicht mehr bekannt…Nun wollte man den Brunnenstock der aus vier Röhren Wasser spendete, noch verschönern und wie vor dem Brand mit dem Bild der Duttfee krönen. Im Ratsprotokoll lautete der Beschluss „ die sogenannte „Duttfee“, unter diesem Namen Wahrzeichen als Ursprung der Stadt bekannt, soll man gehörig renovieren und sie auf die Säulen des Marktbrunnens auf ein einen Fuß hohes Postament setzen lassen. In diesem Postament, rund von Stein, sollen die vier Weltgegenden (Himmelsrichtungen) eingehauen und mit schwarzer Farbe angestrichen werden.“ - der Steinmetz Halter erklärte sich bereit die Renovierung gegen einen Taglohn von einem Gulden vorzunehmen und dann das Postament mit Rosenfelder Sandstein zu fertigen. Der Beschluss wurde am 12. November gefaßt. Im Bericht Haller von 1903 und schon früher wurde gesagt die „ Duttfee „ sei von Eisen gewesen. In diesem Fall hätte der Steinmetz aber die Gestalt nicht renovieren können. Also dürfte es keinem Zweifel unterliegen, dass es sich um eine Steinfigur gehandelt hat. Vielleicht hat die schwarze Farbe den Beobachter zur falschen Annahme verleiten lassen. Doch es kam nicht so weit, denn schon am 15. November erließ das Königliche Oberamt eine Anordnung ,nach der die Aufstellung der sogenannten „Duttfee“ auf dem Marktbrunnensaul wegen ihrer formalen und schicklichkeitswidrigen Figur missbilligt wird. Der Stadtrat fand aber die Figur keineswegs anstößig „indes dieselbe in jedem Fall schwarz angestrichen oder bronciert werden muß, und früher schon längst ohne öffentliches Ärgernis auf dem Brunnen gestanden ist, und muß daher um so mehr auf seinen früherer Beschluß bestehen, als dies der Wunsch des weitaus größten Teils der hiesigen Bürgerschaft ist.“ - Es schloß sich die Bitte an die Anordnung zurückzunehmen - doch in den weiteren Sitzungen ist nie wieder von der „Duttfee“ die Rede und es gibt keine Bestätigung durch das Oberamt. Auf alle Fälle unterblieb die Bereicherung des Brunnens und bis heute wissen wir nicht, wo dieses „anstößige“ Bildwerk seinerzeit geblieben ist. Der Brunnen wurde ohne Fee aufgestellt, wie wir von einem zeitgenössischen Bilde wissen…” thb 1981 S. 10

Schmuck für den Marktbrunnen                                   1859 kam aus der Gemeinde die Bitte, doch den vierröhrigen Brunnen zu verschönern. Der rege Durchgangsverkehr vor der Einführung der Eisenbahn sollte doch von Tuttlingen einen angenehmen Eindruck bekommen. Jene „Duttfee“, die man einmal aufstellen wollte, ist ja nie renoviert worden. Ob sie wohl beim Rosenfelder Steinmetz in Vergessenheit geraten war oder ob man sie wegen „unschicklichen“ Aussehen zerstört hat? Wir werden es wohl nie erfahren…”Herman Streng Brunnen- Flurnamen- Zeitungen (thb)

Der Tuttlinger Marktplatz im Wandel der Zeiten                        Von der alten Stadt Tuttlingen ist kaum mehr etwas vorhanden, denn sie wurde durch den grossen Stadtbrand am 1. November 1803 fast vollständig zerstört . Dies gilt auch für den ehemaligen Marktplatz und die umliegenden Häuser. Da es von diesem weder Übereste noch Abbildungen gibt, wird auf eine Beschreibung des alten Markplatzes hier verzichtet...” Richard Leute thb 1992 S. 53

alter Stadtplan , gestrichelt die neue Überbauung , markiert der “alte Marktplatz” heute Cafe Martin in deren Keller der alte Brunnenschacht noch besteht.