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©Gundula Taschner

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Artikel tutilo

Artikel vom 22.02.2007; Quelle Gränzbote Tuttlingen

Kunst

Tutilo schaut auf Kaffeehaus-Gäste

TUTTLINGEN - Im Jahr 797 ist Tuttlingen zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt worden. Doch wer gründete das damalige kleine Dorf eigentlich? Der Sage nach war es der Alemanne Tutilo. Das Kaffehaus Krachenfels gab der Figur ein Gesicht - mit einer Statue des rumänischen Künstlers Matei Sanduz.

Von unserem Mitarbeiter Benjamin Haas

Stolz steht er da mit seinem Umhang und eisernen Helm. Im Gürtel hat er ein mannshohes Schwert und in der Hand ein kleineres, aber nicht weniger gefährliches. Der Blick streng nach vorn gerichtet und die Füße in Sandalen mit Lederbändel geschnürt. So könnte er ausgesehen haben, der Gründer Tuttlingens. Jedenfalls interpretiert ihn der rumänische Künstler Matei Sanduz so mit einer Statue. Der Sage nach hieß der stattliche Alemanne Tutilo und müsste sich etwa im sechsten Jahrhundert am Fuße des Honbergs angesiedelt haben.

tutilo

Wissenschaftlich erwiesen ist dies jedoch nicht. Künstler Sanduz aus Bukarest versuchte Tutilo nun ein Gesicht zu geben. In 800 Arbeitsstunden entstand eine lebensgroße Figur aus Aluminium und einem bronzefarbenen Überzug. "Er sieht einfach unglaublich deutsch aus", sagte der Rumäne, als r Tutilo dem Geschäftsführer des Kaffeehauses Krachenfels übergab. Dort steht Tutilo nun stolz seit der Eröffnung des Cafes im vergangenen Oktober auf einem 1,2 Tonnen schweren Steinsockel. "Wir wollten den Bezug zu Tuttlingen herstellen, sagt der Geschäftsführer Georg Krachenfels. Der Furtwangener machte sich zunächst in Tuttlingen auf die Suche, ob Tutilo bereits irgendwann einmal gezeichnet oder abgebildet wurde. Nachdem er nicht fündig wurde, ließ er sich in Konstanz bei einer Professorin und Alemannen-Expertin über die Region zur damaligen Zeit informieren.

"In Tuttlingen gibt es viele Alemannen-Gräber, doch die sind alle zugebaut", erzählt Krachenfels. Doch auch die Professorin habe bestätigt, dass der Name Tutilo zu der damaligen Zeit nicht ungewöhnlich war. Erwiesen ist zum Beispiel, dass ein Mönch, der in St. Gallen zu dieser Zeit lebte, so hieß.  Nachdem Krachenfels über die Gepflogenheiten und die Kleidung der Alemannen Bescheid wusste, wurden gemeinsam mit Sanduz die ersten Skizzen erstellt.Statue kommt aus Bukarest "Als Tutilo fertig war, mussten wir ihn erst noch aus Rumänien nach
Tuttlingen bringen", sagt Krachenfels. Dies sei gar nicht so einfach gewesen, da Rumänien im vergangenen Jahr noch nicht zur EU gehörte.
 Dass Tutilo in Tuttlingen kein Unbekannter ist, zeigen zum Beispiel die katholischen Pfadfinder: Sie benannten ihren Stamm nach dem Tuttlinger Stadtgründer. Auch das Tutilla-Abenteuerland zeigt im Namen Ähnlichkeiten auf..Krachenfels beschäftigt 16 Mitarbeiter im Kaffee-Haus in der Bahnhofstraße, insgesamt sind in 34 Filialen 280 Mitarbeiter tätig.
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(c) 2007 Schwäbische Zeitung
Jahr=2007; Monat=02; Tag=22; ID=6840271;